Philadelphia

12Aug2017

Folgt bald!

 

Rocky!

New York City

07Aug2017

New York Skyline - Nachts von New Jersey gesehen

 

"New York City - die Stadt die niemals schläft."

 


Diesen Satz habe ich Paul Schön öfter sagen hören. Ja, New York schläft wahrscheinlich niemals. Auf der Busfahrt von Toronto nach New York habe ich auch nicht geschlafen. Zwölf Stunden Busfahrt mit Grenzübergang - von 18:00 bis 06:00. Diese Fahrt war bereits sehr ereignisreich. Mit dem Bus die Grenze zu überqueren empfehle ich niemandem. Es muss wirklich alles aus dem Bus rausgeräumt werden und dann wird man wie am Flughafen kontrolliert - mit Taschenscan. Bei einem vollen Bus kann das schonmal etwas dauern. Im Bus habe ich Charice aus Rochester kennenlernt die tatsächlich ihr Gras über die Grenze in die USA geschmuggelt hat. Charice ist 28 Jahre alt und ganz schön verrückt. Sie konnte mir einiges über das Leben im "Ghetto" erzählen. Zum Beispiel, dass es nicht ungewöhnlich in ihrer Gegend ist in ihrem Alter schon Oma zu sein. Waaaas? Hier sind zwei Welten aufeinander geprallt - aber wir haben uns trotzdem blendend verstanden. Vor allem ihre Ansichten zu bestimmten Punkten wie Erziehung fand ich sehr lustig. Sie hat zwei Kinder und die dürfen selbst entscheiden wenn sie ins Bett gehen. Wenn sie zu spät einschlafen und nächsten Tag total übermüdet sind, ist es ihr eigenes Problem, meint Charice. Ich weiß, viele von euch werden jetzt den Kopf schütteln, aber ich finde den Ansatz eigentlich ganz interessant. Das Kinder Eigenverantwortung lernen ist sehr wichtig. Vor allem das Horchen auf den eigenen Körper. Manche Menschen lernen das ja in ihrem ganzen Leben nicht. Meine Frage, ob sie bereits Lernprozesse bei ihren Kinder feststellen konnte, wurde bejaht. Politik interessierte sie nicht. Hitler sagte ihr nichts und zu Trump hatte sie auch keine besondere Meinung. Es hat sich unter ihm nichts geändert für Afroamerikaner. Rassismus ist allgegenwärtig. Trotzdem würde sie nicht aus den USA auswandern, wenn sie die Gelegenheit hätte. Das ist schon etwas verwunderlich. So schlecht scheint es hier dann doch nicht zu sein. Nach Charice saß dann Jeffrey neben mir. Ein Engländer der in den USA studiert. Unsere Ankunft hätte filmreifer nicht sein können. Ich steige aus, schnapp' mir meinen Rucksack, stell mich an die Hauswand und schaue mich um: dreckige Straßen, riesige Hochhäuser, schwüle feuchte Luft und viele Menschen auf den Straßen für 06:30. Jeffrey steigt aus und greift sich seinen Rucksack. Er kommt zu mir und sagt:

 

"Welcome to New York"

 

Auf dem Rockefeller Center. Empire State Building zu sehen Rockefeller Center Richtung Central Park

 


Alles andere als Filmreif lässt sich jedoch der restliche Tag beschreiben. Regen, Wärme und ich mit meinem ganzen Gepäck auf dem Weg zum Starbucks. Nach einer Folge Game of Thrones im Starbucks ist Jeffrey dann abgehauen und mir blieb nichts anderes übrig als weiter zu warten. Ich hatte ja mit Paul S. einen dreiwöchigen Urlaub in den USA geplant. Pauls Flieger landete aber erst gegen 13:45. In unsere gebuchte Unterkunft durfte ich noch nicht - also was sonst tun? Als die Zeit dann ran war, durfte ich entsetzt feststellen, dass meine Luftmatratze nicht mehr an meinem Rucksack ist. Also lief ich mit dem Rucksack zwanzig Minuten zurück zur Bushaltestelle. Natürlich nichts. Megabus nicht zu erreichen. Tschüss Luftmatratze, tschüss 100€ - man war ich sauer. Sauer, total übermüdet, gestresst und mit ca.18 Kilo Gepäck durch das verregnete New York. Nach den U-Bahnstrapazen habe ich Paul abgeholt. Zusammen haben wir uns dann nach New Jersey gekämpft. Ja, gekämpft. Wir mussten den Bus nehmen. Dieses System muss man aber erstmal durchschauen. Das Port Authority Bus Terminal ist der am stärksten frequentierte Busbahnhof der Welt. Hier gibt es 223 Gates von denen die Busse abfahren. 223!!!!! Zudem fährt ein Bus nicht immer am gleichen Gate ab. Das kann sich je nach Tages-oder Uhrzeit ändern. Wir haben Tage gebraucht bis wir da komplett durchgestiegen sind. Die Erleichterung als wir unsere Unterkunft erreicht haben, war riesig. Wir schonten unsere Kräfte für den nächsten Tag!

 

Ich und Paul - Brooklyn im Hintergrund




Fünf Tage New York standen uns bevor. Die Dimensionen der Stadt sind gewaltig. Wir haben ein volles Programm gehabt. Trotzdem hatten wir das Gefühl gerade einmal 1% der Stadt erkundet zu haben. Falls ihr mal New York entdecken möchtet, dann nehmt euch zwei bis drei Wochen Zeit. ;) Unser erstes Ziel war der Times Square. Hier ist ein Bild.

 

Times Square? Falsch gedacht :D




Wo liegt der Fehler? Wir waren wirklich so dumm und haben kurz gedacht, dass das der Times Square ist. :D Deshalb haben wir schön davor posiert und Fotos gemacht. Wir haben uns ganz schön an den Kopf gegriffen, als wir dann am richtigen Times Square waren.

 

Times Square Nachts

 

Hier, am Times Square, ist uns dann noch etwas anderes passiert:


Ich und Paul liefen total begeistert über den Times Square. Auf einmal quatscht uns ein Typ an. Ein aufgedrehter Afromamerikaner, der sich selbst den Künstlernamen "Cla$$ic Pak" gegeben hat. Im HipHopstyle gekleidet mit einer Art goldenen Zahnschiene auf den oberen Schneidezähnen. "Where are you from?". Nach kurzem Smalltalk hat er mich gefragt wie ich heiße. Paul hat er auch gefragt und hat sich erstmal weggeschmissen, weil wir den gleichen Namen haben. Kurz darauf holte er zwei CDs heraus und schrieb auf die eine CD "Big Paul". Big Paul, weil mich die Frauen in Deutschland bestimmt so nennen, meinte er. Haha - sehr lustig. Auf die andere CD schreibt er "Small Paul". Wir dachten uns voll nett - lass uns mal weitergehen. Plötzlich fragte der Typ aber nach einem Trinkgeld für die CD's. Ich überlegte kurz und sagte, dass ich nur noch wenige Münzen habe. (gute Möglichkeit um Leute abzuwimmeln) Währenddessen holt Paul sein fettes Geldscheinbündel raus(OH NEIN!) und der Typ sagte, dass er lieber Scheine nimmt. (natürlich :D) Während Paul überlegt wieviel er geben soll, sieht unser Freund natürlich den 20er und nimmt ihn sich heraus. Paul war einverstanden, weil er etwas von 10$ change(Wechselgeld) gehört hatte. Tatsächlich wollte unser Freund aber weitere 10$ für beide CD's. Ich habe ihm dann erklärt, dass ich Geld für meine weitere Reise sparen muss. Das hat er dann auch glücklicherweise akzeptiert. Paul hat sich ganz schön drüber geärgert. Mittlerweile lacht aber auch er darüber. Während unseres Aufenthalts in New York sind wir mehrmals auf diese Masche getroffen. Das erste Mal war uns aber eine Lehre.



Am gleichen Tag waren wir noch im Central Park und am Abend haben wir eine Rooftopbar auf der 5th Avenue besucht. Paul hat ein Bier für 9$ getrunken und ich gönnte mir eine Frose(Vodka,Rosewein,gefroren) für 14$ - ja, ziemlich teuer.

 

Ich und Paul im Central Park

230 Fifth Rooftop-Bar

 


Einen anderen Abend verbrachten wir in Little Italy und Chinatown. So ein richtiges Italienfeeling machte sich nicht bei uns breit. Zudem sind wir 2 Stunden in dem Viertel rumgelaufen um ein relativ günstiges Restaurant zu finden. Spagetti unter 14$ scheinten aber unrealistisch. Als wir unsere Hoffnung schon aufgeben wollten, sprach uns ein dickerer, älterer Herr an. Wir bekommen jeder ein Gratisbier und es gibt Nudeln für 10$ wenn wir eintreten. Unsere Antwort könnt ihr natürlich erahnen. ;)

 

Little Italy Little Italy Umgebung


Mit unserem gekauften New York Citypass konnten wir drei Attraktionen besuchen. Die erste Wahl fiel auf das Rockefeller Center - jeder kennt das berühmte Bild mit den Arbeitern die gerade auf dem Stahlträger pausieren. Vom Rockefeller Center hat man wirklich eine spektakuläre Aussicht auf die ganze Stadt.

 

Workers Rockefeller

 

Auf dem Rockefeller Center

Rockefeller Center - wie groß!



Attraktion Nummer Zwei war die Statue of Liberty - die Freiheitsstatue auf Liberty Island. Mit der Fähre ging es auf die Insel und kurz nach der Ankunft haben wir uns das Gerät für die Audiotour geholt. Mir ging es nicht besonders gut zu dem Zeitpunkt - deshalb habe ich mehr rumgelegen als erkundet. Mehr als die Statue und die Skyline sind auch nicht zu sehen. Um in die Statue zu gelangen musste man extra bezahlen und das war auch nicht billig.

 

Freiheitsstatue Freiheitsstatue mit Paul ;) Auf Liberty Island

 


Unsere dritte Wahl war das Museum of Natural History. Das Museum war einfach nur spektakulär. Vor allem die Dinosaurierskelette waren super. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich sowas mit eigenen Augen sehe. Zudem haben wir uns in dem Museum den 360° Film "Dark Universe" angeschaut. Sowas habe ich noch nie erlebt. Es ist ein Kurzfilm über die Entstehung des Universums mit einer wahnsinnigen, räumlichen Optik und einem famosen Sound. Sehr empfehlenswert!

 

360° Kino - Super. Innen keine Bilder erlaubt. 

T-Rex Titanosaurus - das grösste Dinoskelett überhaupt Mammut Da bekommt man schonmal Angst :D Triceratops! Ein großer Blauwal! Sehr beeindruckend!

 

Im Museum standen wir vor diesen zwei menschlichen Vorfahren - Homo Erectus - wenn mich nicht alles täuscht. Daneben stand ein Museumsmitarbeiter und ein ungefähr 10-jähriger Junge. Wenn ihr wissen wollt was der Junge den Mitarbeiter gefragt hat dann klickt auf das Bild. Das Gesicht des Mitarbeiters war jedenfalls unbeschreiblich als er die Frage vernommen hat. Entsetzen, Überraschung, Verzweiflung und das alles in einem Gesichtsausdruck. Er hat für eine Sekunde bestimmt gedacht, dass ihn der Junge verarschen will. Dann hat er den Jungen gefragt ob er das wirklich ernst meint. Ich habe mir aber auch gedacht: "Echt jetzt?"

 

Is this Adam or Eve? (Ist das Adam und Eva?)

 

Nebenbei haben wir noch andere Sachen mitgenommen, z.b. die "High Line". Eine begrünte, alte Bahnstrecke die zu einem Fußgängerweg umgebaut wurde und durch West New York läuft. Auch in der "New York Public Library" waren wir. Eine der drei öffentlichen Bibliotheken und eine der größten Bibliotheken der Erde. 51 Millionen Medien sprechen für sich. Die jährlichen Unterhaltungskosten belaufen sich auf über 20 Millionen Dollar. Ich frage mich immer noch wie das funktionieren soll. Finanziert wird der Laden hauptsächlich durch Spenden und Steuern. An der Wallstreet waren wir auch. Der "Charging Bull" und das "Fearless Girl" lassen sich hier finden. Dahinter verbirgt sich eine nette Geschichte. Google hilft euch an der Stelle. :D

 

High Line Ausblick von High Line

Bibliothek - Na wo bin ich? Leseraum - schaut euch die Wand und Decke an. Wahnsinn Eingangshalle von oben Leseraum 2

  Charging Bull - sehr beliebt bei Touristen :/ Wallstreet Stock Building

 

Nachts sieht es in Manhatten übrigens so aus:

Müllberge Nachts in Manhatten

Aber es gibt auch interessante Sachen zu sehen und zu hören:

Straßenkünstlerin - war sehr gut :)



Die Freiheitsstatue und das Museum haben wir am letzten Tag - am Freitag - bewältigt. Andernsfalls wäre unser Pass abgelaufen. Danach mussten wir noch das Mietauto für unseren Roadtrip holen. Es war ein wahnsinniger Stress. Beim Autoverleih wurde uns mitgeteilt, dass kein Auto mit hedge back mehr übrig sei. Unser Plan war es die ganzen zwei Wochen während des Roadtrips im Auto zu schlafen. Umklappbare Rücksitze wären die Ideallösung gewesen, aber nein: Fehlanzeige. Stattdessen ist es ein Hyundai Elantra geworden. Auto? Check.

Wie kommen wir aber zurück zu unser Unterkunft um unser Gepäck zu holen? Mein Telefon mit Internet? Akku leer. Navigation also Fehlanzeige. Pauls Telefon hat kein Internetzugang. Nach einer 30 Minütigen Irrfahrt sind wir schnell an eine Tankstelle gefahren um ein USB-Kabel zu kaufen um mein Telefon zu laden. Dummerweise war die Spannung für mein Telefon zu gering, denn es wollte nicht funktionieren. Toll und nun? Unsere Nerven lagen schon etwas blank. Ich bin dann auf die Idee gekommen zu McDonalds ranzufahren, um die New York Karte über WLAN auf Pauls Telefon zu laden. Das hat dann funktioniert und wir konnten unsere Sachen kurz vor Mitternacht in der Airbnb- Unterkunft abholen. Zum Glück gab es da keinen Stress - denn das war unsere größte Sorge. Unser nächstes Ziel war Philadelphia!


Bis Bald New York

 

Hallo Toronto

05Aug2017

Toronto Skyline

 

Mein zweiter Besuch in Toronto lief folgendermaßen ab:


Kurz nach Ankunft hat mich Britta bei dem Schloß Casa Loma abgesetzt, weil ich wichtige Recherchearbeiten vor mir hatte. Einer meiner Lieblinsfilme("Scott Pilgrim vs the World") wurde hier gedreht. Mit Hilfe meines Freundes Google machte ich mich auf den Weg um die Drehorte ausfindig zu machen. Hier mal das Ergebnis:

 

Scott und Knives Original1

Knives School Schule

Scott und Ramona Baldwin Steps

 




Den Film würde ich übrigens nicht allen empfehlen. Man sollte schon eine nerdigen Charakterzug haben. Wer jetzt noch nicht abgeschreckt ist, sieht einen der lustigsten Filme überhaupt. Michael Cera ist klasse!


Den Rest des Tages verbrachte ich im Starbucks Cafe. Ein schöner Zufluchtsort für einen regnerischen Nachmittah. Im Starbucks ist es manchmal wie im Kino. Alle möglichen Menschen tummeln sich hier - damit verbunden auch unterschiedliche Schicksäle. Ich habe mittlerweile schon einige verzweifelte, weinende Menschen im Starbucks gesehen. In dem Fall war es ein junges Mädchen im Alter von circa 16 Jahren mit ihrer wohlmöglichen Mutter. Sie hatten allerhand Koffer und Reisetaschen bei sich und setzen sich genau gegenüber von mir an den Tisch. Die Tochter weinte nahezu die ganze Zeit - Tränen liefen über ihr Gesicht. Die Mutter schien ihren Kummer zu verstehen, aber sie suchte lange nach Worten um sie zu trösten. Es wurde geredet, diskturiert und vor allem geschwiegen. Danach lehnten sie sich Schulter an Schulter und bei beiden rollten Tränen über das Gesicht. Sie vergruben ihr Gesicht in ihrer Kleidung und es fiel kein Wort mehr. Ich überlegte ob es gut wäre ein Gespräch mit ihnen anzufangen um eventuell zu helfen. Ich kam zu dem Schluss es nicht zu tun. Das Problem schien zu tiefgreifend und zu persönlich. Es erschien mir nicht richtig sich da einzumischen. Und wie sollte ich schon helfen? Ich habe nicht mal eine Unterkunft in der Stadt. Die Situation ging mir schon sehr Nahe. Ich hoffe es geht ihnen gut!


Am Tag darauf fand das Carabbean-Festival in Toronto statt. Das mussten wir uns natürlich mal anschauen. Vor allem ich wurde nicht enttäuscht. Es gibt schlimmeres für einen Mann, als tausende halbnackte Frauen vor sich tanzen zu sehen.

 

CF CF2



Im Anschluss ging es für uns auf die Fähre um auf die Toronto Islands zu fahren. Dummerweise sind wir ziemlich spät übergesetzt. Die Insel ist so groß, dass man locker einen ganzen Tag hier verbringen kann. Mir selbst ging es insgesamt nicht wirklich gut, deswegen blieb es bei einer kurzen Fotoserie mit anschließendem Spaziergang. Dabei ist dieses Bild entstanden:

 

Ich konnte leider nicht mit dem Bienenkarusell fahren :(

 

 

Gekrönt haben wir den Abend mit Bier und einem freien Livekonzert am Hafen.

Am folgenden Tag hieß es dann Abschied nehmen. Mein Weg führte nach New York und Britta wollte den Osten entdecken. Auf gehts!

Niagarafälle - Extrembeispiel für Turbokapitalismus

01Aug2017

Als wir die Stadt und die gleichnamigen Wasserfälle Niagara erreichten, sollte es stockdunkel sein. Es war immerhin kurz vor Mitternacht. Aber nein, es kam ganz anders. Man kann sagen wir erlebten einen Leuchtreklamenmarathon(solche Worte kann man auch nur auf Deutsch bilden) vom Feinsten. Die Dienstleister kämpfen um jeden Touristen. Unzählige Leuchtreklamen sollten uns, die Menschen, in die Gebäude locken. Menschenmassen überquerten die Straßen um die vielen Vergnügungsattraktionen abzuklappern. Um eines der größten Naturspektakel der Welt, wurde eine buntleuchtende Vergnügungsstadt mit Hochhäusern, Riesenrad, Aussichtsturm, Spielhallen, Gruselkabinette etc. hochgezogen. So habe ich mir die Niagarafälle nicht vorgestellt. Auf den Bildern, die ich im Laufe meines Lebens von diesen Wasserfällen gesehen habe, war von einer Stadt oder Zivilisation nie was zu sehen. Nunja!

 

  Clifton Hill Niagara



Wir fuhren kurz durch die Innenstadt und dann auch gleich wieder etwas hinaus. Parkplatz suchen, Auto abstellen und ab zu den Wasserfällen. Diese sind Nachts übrigens auch nicht zu verfehlen. Riesige Scheinwerfer strahlen die Wasserfälle in den verschiedensten Farben an. Nachdem wir ein bis zwei Stunden damit verbracht haben die zwei Wasserfälle aus allen möglichen Blickwinkeln zu fotografieren, sind wir mit unseren klammen Klamotten zurück zum Auto. Das Hotel Walmart empfing uns wieder einmal für eine Nacht.

 

Niagara Nacht2 Niagara Nacht

 


Nach einem leckeren Pancakefrühstück im Ihop ging es für uns abermals zu der Hauptattraktion. Am Tag sind die Niagaras nicht weniger beeindruckend. Wenn man die Niagarafälle näher erkunden möchte, beispielsweise durch eine Bootstour oder zu Fuß über Brücken, muss man natürlich Geld bezahlen. Das war es uns aber nicht wert - vor allem weil man dazu abermals die USA/Kanadagrenze überqueren muss. Der Ausblick war auch so nicht schlecht. ;)

 

Pancake mit Erdbeeren und Banane

Paul S. Niagara Niagara2 Niagarafalls



Die Tourismusmaschine hat mich übrigens doch verführt. Wir sind an einer Spielehalle vorbeigelaufen - wir haben uns gedacht, dass wir nur mal kurz reinlaufen um zu schauen was es so gibt. Dann sah ich es: Einen alten Münzautomat. Die Teile gab es früher auch bei uns auf den Rummeln. :D  Eingeworfene Münzen fallen auf eine Metallfläche, wo viele andere Münzen liegen. Die eingeworfene Münze wird nach der Landung von einer Metallplatte an die anderen Münzen geschoben. Wenn man etwas Glück, gutes Auge und Timing hat, fallen mehrere Münzen in den Schacht und man bekommt Tickets. Die kann man dann für Spielzeugschrott einlösen. Für 10$ habe ich mir 24 Münzen gegönnt - man ist ja nur einmal jung. Neben dem Münzautomat habe ich mich auch an Guitar Hero versucht(100% Trefferquote) sowie an anderen sinnlosen Spielen. Das alles mehr oder weniger erfolgreich. Insgesamt habe ich 98 Tickets gewonnen, wovon ich ein Plastikarmband und ein Fingerskateboard bekommen habe - Wahnsinn! Da haben sich die 10$ ja schon fast gelohnt. ;) Britta hat das ganze auch aufgenommen. Vielleicht kann ich das Video hier verlinken. Das Fingerskateboards Räder haben ist kein Geheimnis. Britta hätte mich darin erinnern sollen. Wir haben Niagara noch am selben Tag verlassen. In der ersten Linkskurve auf einer Kreuzung ist das Skateboard vom Amaturenbrett durchs Fenster auf die Straße gefahren. Dumm gelaufen - auf Wiedersehen! Hier mal kurz ein Bild das widerspiegelt, wie ich mich in dem Moment gefühlt habe.

 

Zum Verrückt werden

 


Zwischen Niagara und Toronto liegt das Städtchen Hamilton. Die Stadt ist bekannt für seine vielen Wasserfälle. Nachdem wir ein paar vielversprechende Fälle rausgesucht hatten, ging die aufregende Wanderung los. Für den ersten Wasserfall habe ich meine neuen Gummiflipflops als Wanderschuhe gewählt. Die beste Entscheidung meines Lebens. Bis zum Wasserfall musste man ein gutes Stück laufen. Ich bin die ganze Zeit durch den Fluss gelaufen - bei den heißen Temperaturen ein großes Vergnügen. Die Strecke war sehr abwechslungsreich. Es ging über Stock und Stein und zwischendurch durften wir auch mal etwas klettern - klasse!

 

Der Weg zum Wasserfall Keine Angst - den Wasserfall meine ich nicht :D Über Stock und Stein und so! Finale! Baden nicht erlaubt! Zu viele E-colibakterien

Wir kamen unserem Ziel immer näher - Toronto!

Chicago - du schöne Stadt!

28Juli2017

 

Ich und Britta waren drei Tage in Chicago unterwegs und um eins vorwegzunehmen: Wir waren begeistert!

 

Chicago Skyline

 

 

Nachdem wir das Auto für 20 Dollar in einem Parkhaus untergestellt haben, suchten wir unsere Unterkunft auf. Das Chicago Getaway Hostel. Pro Nacht haben wir um die 30$ bezahlt - für eine zentralgelegene Unterkunft in einer Großstadt ist das ok! Es war gleichzeitig meine erste Hostelerfahrung überhaupt. Begeistert bin ich nicht: Wir hatten ein 4er Zimmer mit zwei Doppelstockbetten und Nachts wurde es zum Teil etwas unruhig. Ein Zimmergenosse begann seinen Tag früh 04:00 - gerade für Britta war das nicht schön, denn der junge, schwerfällige Mann(gefühlt 1,90m groß, 120 kg schwer) schlief auf dem oberen Bett und musste die Leiter runterklettern. Dabei ist er auf Brittas Fuß getreten - autsch! Ich bin natürlich auch wach geworden bei dem ständigen Gerumpel.

 

Das ist der Chicago River. Die Innenstadt ist klasse! Man beachte das Parkhaus rechts. Nicht schlecht.

 

Die Innenstadt von Chicago ist super. Es erinnert mit den Hochhäusern ein bisschen an New York. Für eine Großstadt ist das Stadtleben sehr entspannt, so dass man gemütlich herumschlendern kann. Zudem gibt es viele grüne Parks, einen schönen Yachthafen, tolle Strände und einige Sehenswürdigkeiten die schön anzuschauen sind.

 

John Primer im Blues

 

An meinem Geburtstag waren wir im "Blues". Ein kleiner Nachtclub bzw. eine urige Kneipe in dem definitiv Bluesfeeling aufkam. So stellt man sich wirklich einen alten Bluesschuppen vor. Der Ladenbesitzer war gleichzeitig auch der Türsteher. Am Eingang hat er mir auf ruppige Art verständlich gemacht, dass er nur Bargeld akzeptiert. Als Britta ihm dann 20$(10$/Person) gegeben hat war er sofort freundlicher. Man merkte, dass die Gäste und das Personal enormen Respekt vor ihm hatten. Das Personal an der Bar schaute gefühlt alle zwei Minuten zu ihm rüber. Er hatte auch ein eigenes Mikrofon mit dem er mit der Band kommunizierte. Die Atmosphäre tat das übrige. Drei alte Ventilatoren hingen an der Decke und erweckten den Eindruck gleich runterfliegen zu wollen. Alte Fotos und Platten hingen an der Wand. Es war relativ dunkel - nur spärlich leuchteten bunte Lampen. Die Bühne war natürlich besser ausgeleuchtet. Es spielte die Band von John Primer. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass er unter anderem mit Muddy Waters zusammengespielt hat und zwei Mal für einen Grammy nominiert wurde. Es war auf jeden Fall ein toller Erlebnis.

 

Der Mundharmonikaspieler war spitze. Der hat ein Solo nach dem anderen rausgehauen. John Primer Action

 

Apropos Geburtstag! Britta hat mich im Hostel mit einem Geburtstagskuchen überrascht. Das war wirklich schön! Danke nochmal, liebe Britta! ;) Wir sind am Abend im Kumas Too auch essen gegangen. Ein Burgerrestaurant. Es lief die ganze Zeit Metal, Hardrock und Rockmusik und die Burger hatten die Namen von Metalbands. (Slayer, Mastadon,...) Das war ziemlich abgefahren!

 

Geburtstagskind mit Superkuchen:D

 

Den Tag darauf haben wir die Stadt weiter erkundet. Wir waren am Strand, am Hafen, im Millenium Park, beim Cloud Gate und beim Crown Fountain. Die Crown Fountains sind zwei riesige Videoskulpturen an denen Wasser runterfällt. Das hat mich besonders begeistert. Die Menschen, vor allem die Kinder, hatten enormen Spaß. Es war einfach lustig anzuschauen. Ich bin auch unter dem Wasserfall durchgerannt und war klitschnass nachher.

 

Crown Fountain. Die Leute haben Spaß! Wasserfallaction!

   

Das Cloud Gate. Eine verspiegelte Wolke! Cloud Gate - wo bin ich denn? Selfietime!

 

Am Abend waren wir auf einem Straßenfest wo eine Pink Floyd Coverband gespielt hat. Das war gar nicht so schlecht. Leider wurde das Fest schon 22:00 beendet. Wahrscheinlich weil das Straßenfest genau in einem Wohnviertel stattfand. Danach sind wir die Straße langgeschlendert und haben plötzlich Livemusik vernommen. Kurz darauf saßen wir auch schon in der Bar und haben einer wirklich guten Band gelauscht. Den Namen konnten wir leider nicht rausfinden. Der Name der auf dem Bild nämlich zu sehen ist ("Mama tried" , Mama hat es versucht) ist nicht der Name der Band. Das haben wir aber erst später feststellen können - schade!

 

Straßenfest Sicht von oben

Mama tried!?

 

Unseren letzten Tag haben wir im Zoo und am Strand verbracht. Der Zoo in Chicago ist kostenfrei(!) - die Entscheidung dahinzugehen viel uns also nicht besonders schwer. Der Zoo ist wirklich schön in das Stadtbild integriert worden. Man läuft in einem normalen, grünen Park und allmählich schleichen sich Tiergehege ein. So habe ich das noch nie gesehen. Als ehemaliger Vegetarier bin ja grundsätzlich skeptisch was Zoos angeht. Es sahen auch nicht alle Tiere superglücklich aus. Ich habe da noch gemischte Gefühle. Bekannt ist der Zoo vor allem für die vielen Gorillas. Seit über 60 Jahren sind die Gorillas die Hauptattraktion und man bekam auch einiges zu sehen. Die Gorillas wirkten auf mich sehr lebending und bewegungsfreudig. Die Erfahrung im Umgang mit diesen Tieren spiegelt sich sichtbar im Wohlbefinden wider.

 

Park vor dem Zoo Gorillas Gorillas spielen auch gern mal ;) Das war eher unschön. Der Tiger lief Stunden am Glas entlang. Hin und Her. Hippo! schlafender Löwe Leopard. Er schaute die ganze Zeit zu den Kindern. Er hätte sie wohl am liebsten verschlungen. :D

Der wundevolle Strand in Chicago!

 

Das war es dann auch mit Chicago! Auf zu den Niagarafällen!

 

Hit the road, Jack!

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