Seid ihr noch da?

13Nov2017

  Notre Dame - Lightshow

 

Hallo liebe Leute,

ich habe mir gedacht: "Mensch, nach einem Monat und etlichen Rüffeln, vor allem aus der Verwandtschaft, solltest du mal wieder was von dir hören bzw. sehen lassen." Was für ein Wort ist "Rüffeln" eigentlich? Dass ich dieses Wort jemals benutze, hätte ich nicht gedacht. Ich musste kurz im Duden nachschlagen, ob es das Wort auch tatsächlich gibt. Mein Wortgedächtnis scheint tatsächlich noch ab und an zu funktionieren.

 

Aber nun mal zum Thema. Mittlerweile bin ich schon seit zwei Monaten in dem Teil Kanadas, den ich eigentlich tunlichst meiden wollte: Quebec. Man hört es ja schon am Namen, was hier im Argen liegt. Französisch. Am Anfang war ich der Sprache noch relativ aufgeschlossen und ich habe sogar überlegt etwas französisch zu lernen, aber ich habe mich letztendlich dagegen entschieden. Warum fragt ihr euch? Da gibt es zwei Gründe:

1. Ich habe auch begonnen Spanisch zu lernen, weil ich ein halbes Jahr durch Zentral- und Südamerika reisen möchte. Somit war mir der Lernumfang neben der Arbeit deutlich zu hoch.

2. Die Quebecer, bzw. die frankophone Bevölkerung in Montreal sprechen zwar auch überwiegend Englisch, wollen es aber gar nicht. Dazu kommen viele Franzosen, die hier auch Reisen oder Studieren und genauso wenig Englisch sprechen wollen bzw. es gar nicht können. Nun ist es oft passiert, dass ich und Jazz mit mehreren Franzosen unterwegs war. Ich finde es normal, dass wenn man gemeinsam unterwegs ist, versucht die Gruppe so zu öffnen, dass alle gleich partizipieren können. Die Franzosen haben aber lieber französisch untereinander gesprochen und uns somit irgendwie ausgegrenzt. Klar hat mal einer ein paar Sätze Englisch gesprochen, aber Gruppendialoge wurden immer in Französisch geführt. Das gleiche bei den Frankokanadiern: Ich wurde eingeladen zu einem Dokumentationsabend, also Dokumentationen statt Filme schauen. Gleiches Szenario: Es wurde überwiegend französisch gesprochen. Alex, einer meiner jetzigen Mitbewohner, ist der einzige der ab und zu mal mit mir Englisch gesprochen hat.

Nein, ich möchte kein Französisch lernen. Aus Trotz.

 

Die Stadt Montreal ist schön. Es ist meiner Meinung nach die schönste Stadt die ich bis jetzt in Kanada gesehen habe. Das liegt an den vielen Sport- und Freizeitparks, den vielen Grünflächen und auch an dem französisch-europäischen Einfluss. Hier findet man viele alte Gebäude aus der französischen Kolonialzeit. Montreal fühlt sich etwas wie Europa an. Nichtdestotrotz sind die Wohnviertel nicht besonders einladend. Hat man eine Straße in einem Viertel gesehen, kann man zum nächsten Viertel übergehen. Ich frage mich, wie lange es dauert bis man sich visuell in der Stadt orientieren kann. Ohne Navi wäre ich bei meiner Arbeit sowas von aufgeschmissen gewesen. Die Altstadt, der Hafen und der anliegende Berg bzw Höhenzug Mont Royal sind sehr sehenswert. Es gibt viele Straßenmusiker, viele Künstler und generell viel Kultur und Angebote für alle Altersklassen. Montreal lebt. Hier gibt es viel zu entdecken - gesehen habe ich schon einiges von der Stadt, aber ich habe das Gefühl da gibt es noch viel mehr. Bilder von Montreal findet ihr im letzen Post. Macht ja keinen Sinn nochmal alles hochzuladen. :D

 

Einer der vielen Parks

Kunst - aber die Augen sind gruselig Montreal ist voll mit professionellen Graffitis

 

Dafür, dass ich erst zwei Monate hier lebe bin ich schon ganz schön oft umgezogen. Nämlich vier Mal. Nach einem Monat Hostel bin ich mit Jazz zu ihrer Freundin Rania gezogen für zwei Wochen. Von da aus ging es dann in eine andere Airbnb-Wohnung. Dort war unsere Wohnsituation aber außerordentlich schlecht, so dass wir nach vier Tagen mehr oder weniger gezwungen waren, eine Alternative zu finden. Die Wohnung gehörte einer Familie. Der älteste Sohn Oliver hat das Zimmer von seinen Eltern gemietet und über Airbnb weiter untervermietet. Soweit so gut. Nachdem wir für einen Monat gebucht haben, haben wir aber erfahren, dass Oliver die Wohnung an Charles,den jüngeren, Sohn übergibt. Charles ist ein paar Tage vor uns in die Wohnung gezogen. Von anderen Bewohnern haben wir erfahren, dass Charles sehr dreckig, sich um nichts kümmert und die Lebensmittel von den anderen Airbnb'lern isst. Nach zwei Tagen konnten wir all dies bestätigen - bis auf das mit dem Essen. Zudem lungerte er mit seinen Freunden den ganzen Tag in der offenen Küche/ Wohnzimmer rum, schaute Serien, kiffte und schlief auch auf der Couch. Jeden Morgen lagen dann die Typen rum wenn man frühstücken wollte. Uns blieb nichts anderes übrig als zu stornieren. Leider haben wir dadurch 70$ verloren, aber naja!

Nach einer Zwischenübernachtung in einem Zimmer voll Lego sind wir jetzt in einer richtig coolen Wohngemeinschaft. Es sind zwar Frankokanadier, aber glücklicherweise sind schon alle viel rumgekommen und sprechen Englisch, Französisch und Spanisch. Es ist ein Appartement in einem alten Haus mit alten Holzdielen. Es knarzt egal wo man hintritt und es ist sehr hellhörig. Glücklicherweise gibt es sogar ein Piano, eine Gitarre und ein paar Trommeln. Langweilig wird es mir hier also auf keinen Fall. :D

 

Wohnzimmer Schlafzimmer

 

Man könnte meinen es ist alles wunderbar, aber tatsächlich ist es das nicht. Ich habe für die 1,5 Monate Arbeit zwar erstaunlich viel Geld angespart, aber theoretisch ist es immer noch etwas wenig in Bezug auf meine Pläne. Ich möchte aber nicht wirklich länger hier bleiben. Es ist kalt, ich möchte mir keine neue Kleidung kaufen, ich finde keinen wirklich guten Job der meinen Vorstellungen entspricht und die Situation mit meiner lieben Zimmerbewohnerin und besten Freundin Jazz ist auch nicht mehr wirklich zufriedenstellend. Das soziale Umfeld ist aufgrund des Auszugs aus dem Hostel auch nicht mehr wirklich gut. Ich denke wirklich es ist an der Zeit weiterzuziehen. Ich werde noch ein, zwei Tage abwarten ob sich irgendetwas tolles ergibt. Wenn nicht, werde ich die Woche noch meinen Flug buchen.

 

Dann heißt es:

Au revoir Kanada - Au revoir Montreal - Au revoir Jazmin

 

Jazmin + Streetart

Impressionen

09Okt2017

Ankunft Montreal Park La Fontaine Old Montreal Kurz vor Saint Denis Tam-Tams Montreal Auf dem Mont Royale. Blick Richtung Downtown Mont Royale Night  Metro Mont Royale Livemusik Metro Mont Royale Jazzband in der Bootlegerbar Ich und Jazz in der Bootleggerbar :D

Old Montreal Old Montreal2

 

 

 

Arbeitsauto - Ford Focus - Schrottkarre Arbeitsplätze :) Poolarbeit - Es gibt schlimmere Arbeitsplätze Einfaches Poolsetup mit Pumpe und Filter dreckiger Pool

 

 

 

Besaufen? Bei dem Preis lieber nochmal überlegen White Russian Pläne vernichtet Taschentücher rausholen bei den Preisen

Montreal

28Sept2017

Es ist gar nicht so einfach seinen Blog immer aktuell zu halten. Hier mal kurz ein paar Informationen:

 

Ich bin seit fast drei Wochen in Montreal und fühle mich auch sehr wohl hier. Momentan arbeite ich als Poolboy bei Aquanica. Ich habe für meine Arbeit ein eigenes Auto und fahre durch die Stadt um die Pools der reichen Bonzen zu reinigen. Das ist körperlich schon sehr fordernd, vor allem wenn man sieben bis acht Pools am Tag hat. Die ersten Tage habe ich neun bis zehn Stunden am Tag gearbeitet. Je näher der November rückt, desto mehr Pools schließen auch. Die nächsten Wochen dürften also deutlich entspannter werden, so dass ich auch öfter mal am Blog schreiben kann.

 

Wie lange ich hier bleiben werde, weiß ich noch nicht. Das hängt von einigen Faktoren ab. Von Arbeit. Unterkunft, Wohnung und dem sozialen Umfeld. Momentan fühlt sich das ganz gut an. Deswegen bleibt abzuwarten wie es weitergeht. Der Plan ist aber das ich Kanada spätestens im Januar verlasse.

 

Bis bald.

WWOOF - Saint Denis

30Aug2017

Pilze ernten

Oystermushrooms Lecker Lecker ;) Verdienst nach der Arbeit Paco bei Dacharbeiten Declan motiviert bei der Arbeit Warum liegt hier Stroh rum?

Washington D.C.

20Aug2017

Washington Monument Abraham Lincoln Abraham Lincoln Monument White House

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